Ehemalige berichten über ihre Schulzeit und Karriere

Zwei ehemalige Feldbergschülerinnen berichteten im Unterricht letzte Woche über ihre Erfahrungen während und nach ihrer Schulzeit: Melek Senlikoglu und Dunya Safi. Lesen Sie das Interview, das ihr ehemaliger Lehrer, Dieter Bram, mit ihnen führte:

 

Melek Senlikoglu (21) hat 2017 das Abitur an der Feldbergschule abgelegt und studiert jetzt im 5. Semester Wirtschaftswissenschaften an der Uni Mainz.

I: = Interviewer, M: = Melek

I:   Guten Tag Melek. Das Wintersemester hat gerade begonnen. Wie geht es Ihnen zurzeit?
M: Ich bin nach wie vor sehr motiviert und freue mich auf die neuen Seminare.

 

I: Als Sie sich 2014 für das Berufliche Gymnasium der Feldbergschule entschieden,
wohnten Sie in einem Ortsteil von Grävenwiesbach. Ein ziemlich weiter Weg bis nach
Oberursel. Was waren Ihre Gründe, das auf sich zu nehmen?
M: Für mich war schon damals entscheidend, dass das Berufliche Gymnasium der
Feldbergschule den Schwerpunkt Wirtschaft anbietet. Hier lag schon damals für mich die
berufliche Perspektive.

I:   War der Einstieg in die elfte Klasse des Beruflichen Gymnasiums schwierig?
M: Ich kann mich noch sehr genau an den Tag der Einschulung erinnern. Wir trafen uns alle
in der Aula und wurden dann den Klassen zugeteilt. Ich kannte eigentlich niemanden von
den Mitschülern. Die ersten beiden Tage verbrachten wir ausschließlich mit unserem
Klassenlehrer. Wir machten Kennenlernspiele und übten, wie man den Schulalltag
organisatorisch so gestalten kann, dass einem nicht die Zeit wegläuft. Da war das Eis
zwischen uns Schülern schnell gebrochen und wir begannen uns langsam zu einer
Gemeinschaft zu entwickeln. Als wir dann nach 3 Wochen in der Schule eine Kennenlern-
fahrt nach Freiburg machten, fühlte ich mich schon heimisch. Nach dieser Fahrt hatte ich
das Gefühl, schon ewig in der Klasse zu sein.

I:   Wie haben Sie die Lehrerinnen und Lehrer der Feldbergschule erlebt?
M: Ich habe sehr viel Engagement und auch persönliche Ansprache der Lehrer erlebt. Ich
hatte eigentlich immer das Gefühl, dass ich hier nicht nur eine Nummer bin, sondern dass
die Lehrer sich auch für die Person hinter dem Schüler interessieren. In den Monaten vor
dem Abi haben wir uns teilweise auch außerhalb der Unterrichtszeit getroffen und haben
geübt.

I:   Was haben sie direkt nach dem Abi gemacht?
M: Ich habe ein Praktikum in einem Investmentunternehmen in Istanbul absolviert. Das war
sehr spannend. Natürlich hat mir hier mein türkischer Hintergrund geholfen. Aber
Praktika kann man schließlich überall machen. Ich kann das nur empfehlen. Es erweitert
den Horizont gerade wenn es um praktische Abläufe geht.

I:   Welche Erfahrungen haben Sie in den ersten vier Semestern in der Uni gesammelt?
M: Also hier muss ich sagen, dass mir die Vorkenntnisse aus der Schule in den Fächern
Wirtschaftslehre und Rechnungswesen sehr geholfen haben. Im Gegensatz zu vielen
Studis um mich herum, wusste ich eigentlich immer, worüber die Profs reden. In der Uni
ist alles ein bisschen komplizierter und es werden halt mehr Fremdwörter benutzt. Da
muss man durch. Außerdem gehen die Profs in den Vorlesungen viel schneller vorwärts
als in der Schule.

I:   Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?
M: Ich möchte zunächst meinen Bachelor und danach meinen Master machen. Meine
Traumvorstellung nach dem Studium ist eine Anstellung in einem international tätigen
Unternehmen. Hier würde ich gerne in der Kundenbetreuung asiatischer Märkte
arbeiten.

I: Melek, ich danke Ihnen für das Gespräch.

 

Interview mit Dunya Safi

 

Dunya Safi (20) hat 2018 das Abitur an der Feldbergschule abgelegt und studiert jetzt im 1. Semester Zahnmedizin an der Uni Frankfurt.

 

I: Guten Tag, Dunya. Sie haben vor wenigen Wochen Ihr Studium der Zahnmedizin in
Frankfurt begonnen. Wie geht es Ihnen zurzeit?
D: Ich bin sehr froh, dass ich einen Studienplatz bekommen habe. In der Zeit nach dem Abi
habe ich sehr viel Nachhilfe gegeben. Jetzt bin ich selbst wieder die Lernende. Wir sind
sofort in das Studium eingestiegen. Ich lerne viel, für andere Aktivitäten bleibt nicht viel
Zeit.

I:   Wie haben sie den Einstieg in die elfte Klasse des Beruflichen Gymnasiums der
Feldbergschule in Erinnerung?
D: Ich hatte damals einen ziemlichen Bammel vor dem ersten Schultag. In eine neue Klasse
zu kommen, stellte ich mir schwierig vor. Nachdem wir aber erst einmal ein spezielles
Programm absolvierten und dann bald eine einwöchige Kennenlernfahrt nach Freiburg
machten, waren diese Gefühle schnell verschwunden.
Sehr spannend fand ich den Einstieg in die neuen Fächer Wirtschaftslehre,
Rechnungswesen und Datenverarbeitung. Hier fingen wir alle bei null an und niemanden
plagten Lücken aus der Mittelstufe. Ich hatte den Vorsatz, ein gutes Abi machen zu
wollen und deshalb legte ich gleich richtig los. Wichtig war, immer im Unterricht
aufzupassen und die Hausaufgaben zu machen.

I: Wie haben Sie die Lehrerinnen und Lehrer der Feldbergschule erlebt?
D: Ich fand das Lehrer/Schüler-Verhältnis sehr gut. Ich habe einen sehr respektvollen
Umgang erlebt. Man fühlte sich einfach ernst genommen. Wenn ich einmal etwas nicht
gleich verstanden habe, erklärte es der Lehrer noch einmal. Es gab keine
unterschwelligen Bemerkungen. Da verliert man dann auch die Angst, sich zu melden.

I:   Ihr Studium der Zahnmedizin ist eher naturwissenschaftlich ausgerichtet. Wie passt es da
zusammen, dass Sie eine Schule mit wirtschaftlichem Schwerpunkt gewählt haben?
D: Als ich mich 2015 für das Berufliche Gymnasium der Feldbergschule entschieden habe,
liebäugelte ich mit Medizin, wusste ich noch nicht ganz genau, was ich nach dem Abi
studiere. Ich wusste aber, dass ich mich auf jeden Fall irgendwann selbständig machen
möchte. Und da war mir klar, dass mir das Wissen in den Fächern Wirtschaftslehre,
Rechnungswesen und Datenverarbeitung eine größere Unabhängigkeit ermöglicht.
Beispielsweise ist es sicherlich hilfreich, wenn man in etwa weiß, wie der Pharma-
vertreter kalkuliert, wenn er mir ein „super“ Angebot offeriert.

I:   Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?
D: Also zunächst muss ich mein Vorphysikum, mein Physikum und dann das Staatsexamen
schaffen. Ich möchte aber kein Zahnarzt werden, sondern einen Facharztabschluss
dranhängen. Mein Traum ist eine eigene Praxis als Kieferchirurgin.

I: Dunya, ich danke Ihnen für das Gespräch.