Unternehmensbesichtigung Firma Christian Bollin

Der 12 BG 3 Leistungskurs Wirtschaftslehre besichtigte mit seinem Tutor Heiko Rohde den Armaturen-Hersteller Christian Bollin GmbH, welcher direkt um die Ecke vom Campus-Gebäude der Feldbergschule im Gewerbegebiet Oberursel ansässig ist. Lesen Sie nachfolgend den Bericht von Heiko Rohde.

„Armaturen in Massenproduktion können andere billiger. Wir spezialisieren uns auf maßgeschneiderte Lösungen für die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden aus dem Bereich der Chemie-, Raffinerie- und Kraftwerkindustrie“, so stellt Bernd Flade, geschäftsführender Gesellschafter der Armaturenfabrik Christian Bollin sein Unternehmen vor. Die Tatsache, dass seine Armaturen in 350.000 verschiedenen Ausführungen löst bei den SchülerInnen, dann ungläubiges Erstaunen aus. Und die Frage einer Schülerin, ob es sich dabei um „Produktdifferenzierungen“ oder „Produktvariationen“ handele, bringt selbst den Seniorchef des Unternehmens in Erklärungsüberlegungen. Fakt sei, dass man die vom Kunden gewünschte und benötigte Stückzahl auch dann herstellen und liefern könne, „wenn es mal brennt.“

Zur Verdeutlichung des Schwerpunkts „Produktion“ in der Q1-Phase waren zehn SchülerInnen des Leistungskurs Wirtschaftslehre am Dienstag, den 12.11.2019 zu einer Betriebsbesichtigung aufgebrochen, die ihnen die Praxis dessen zeigen sollte, was sie in der Theorie des Wirtschaftslehreunterrichts sich oft nur bedingt vorstellen können. Einen entsprechenden Einblick in die Praxis von Produktions- und Lagerprozesse boten ihnen dann auch Herr Flade und sein Produktionsleiter Herr Franz. Gemeinsam führten Sie durch die Produktionshallen, ließen die SchülerInnen Einblicke in Fräs-, Säge- und Schleifvorgänge, das Lager und die Fertigstellung von Produkten nehmen.

Die Interaktion zwischen dem Geschäftsführer Herrn Flade und dem Betriebsleiter Herrn Franz führte zu einem kurzweiligen Austausch mit den SchülerInnen und dem Tutor über Führungsstile, Berufsbilder und dem vor und hinter den SchülerInnen liegenden Unterrichtsinhalten: „Welche Rolle spielen die Rüstkosten bei einem solchen Prozess der Fertigung einzelner oder nur weniger Teile“, wollte beispielsweise Lasse wissen. Konrad wiederum glänzte als es darum ging abzuschätzen, wie hoch die Werte sind, die als Rohmaterial im Lager des Unternehmens gebunden sind.

Nach knapp zwei Stunden außerhalb ihrer regulären Schul- und Unterrichtszeit zeigte sich Jasmin überzeugt davon, dass es sich gelohnt habe: „Es war anders als gedacht, aber ich kann mir nun vieles von dem über was wir im Unterricht sprechen besser und anschaulicher vorstellen.“ Und wer weiß? „Wenn Sie mal in Darmstadt oder Gießen ein Studium des Wirtschaftsingenieurs oder einer ähnlichen Fachrichtung aufnehmen, kommen Sie ja vielleicht zum obligatorischen Grundpraktikum wieder“, schmunzelt Herr Flade zum Abschied.